Seit Wochen zeigt sich der Sommer von seiner sonnigen Seite. Während wir die vielen Sonnenstunden genießen, arbeiten Photovoltaikanlagen auf den Dächern auf Hochtouren.
Was bringt ein sonniger Sommer für die Photovoltaikanlage?
Grundsätzlich gilt natürlich: Je mehr Sonnenstrahlung auf die Solarmodule trifft, desto mehr Energie steht für die Stromerzeugung zur Verfügung. Deshalb gehören Frühjahr und Sommer in der Regel zu den ertragreichsten Monaten einer Photovoltaikanlage.
Wie viel Strom eine Anlage tatsächlich produziert, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:
- Größe und Leistung der Anlage: Angegeben wird die Leistung einer Photovoltaikanlage in Kilowatt-Peak (kWp).
- Ausrichtung des Daches: Eine günstige Ausrichtung sorgt dafür, dass die Module über viele Stunden Sonnenlicht nutzen können.
- Neigung der Module: Auch der Winkel, in dem die Sonnenstrahlen auf die Module treffen, beeinflusst den Ertrag.
- Verschattung: Bäume, Nachbargebäude, Kamine oder andere Hindernisse können zeitweise Schatten auf einzelne Module werfen.
- Standort: Auch die Region spielt eine wichtige Rolle. Und hier hat Isny besonders gute Voraussetzungen: Mit jährlich deutlich über 2.000 Sonnenstunden gehört die Stadt zu den sonnenreichen Orten Deutschlands – ideale Bedingungen also, um Sonnenenergie auf dem eigenen Dach zu nutzen.
Dabei muss übrigens nicht immer die Sonne vom wolkenlosen Himmel scheinen. Photovoltaikanlagen erzeugen auch bei bewölktem Himmel Strom – dann allerdings mit einem entsprechend geringeren Ertrag.
Wie viel Strom kommt tatsächlich vom eigenen Dach?
Damit die Zahlen etwas greifbarer werden, schauen wir uns ein Beispiel aus unserem eigenen Umfeld an.
Aktuell wird das Elternhaus von Karl Kimmerle saniert und technisch für die Zukunft aufgestellt. Im Zuge der Modernisierung wurde auch eine Photovoltaikanlage auf dem bestehenden Ziegeldach installiert.
Auf dem Dach arbeiten 33 Photovoltaikmodule mit jeweils 430 Wp Leistung. Darüber sind 5 x Aqua Plasma 15/40 mit ca. 20 m² Fläche.
Zusammen ergibt das eine installierte Leistung von 14,19 kWp. Im Keller befindet sich ein Wechselrichter mit 10 kW Leistung. Ergänzt wird die Anlage durch einen 19-kWh-Batteriespeicher, in dem überschüssiger Solarstrom zwischengespeichert und später im Haus genutzt werden kann.

Was bedeuten diese Zahlen nun ganz praktisch? Für Isny kann bei einer gut ausgerichteten Photovoltaikanlage grob mit einem Jahresertrag von rund 1.000 kWh pro installiertem kWp gerechnet werden. Die Anlage auf dem Elternhaus könnte damit unter guten Bedingungen etwa 14.000 kWh Solarstrom im Jahr erzeugen.
Zum Vergleich: Das entspricht rein rechnerisch ungefähr dem Jahresstromverbrauch von drei bis vier typischen Haushalten – je nach Haushaltsgröße und individuellem Verbrauch. Wie viel davon tatsächlich im eigenen Haus genutzt werden kann, hängt vom individuellen Stromverbrauch und dessen Verteilung über den Tag und das Jahr ab.
Der 19-kWh-Batteriespeicher hilft dabei, einen Teil des tagsüber erzeugten Stroms auch später zu nutzen.
Photovoltaik passend zum eigenen Haus planen
Ob Neubau oder Sanierung: Eine Photovoltaikanlage sollte immer passend zum Gebäude und zum tatsächlichen Energiebedarf geplant werden.
Wie groß ist die nutzbare Dachfläche? Wie ist das Dach ausgerichtet? Wie hoch ist der Stromverbrauch? Soll künftig vielleicht eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto hinzukommen? Und ist ein Stromspeicher sinnvoll?
Wer diese Punkte von Anfang an gemeinsam betrachtet, kann den selbst erzeugten Solarstrom möglichst effizient nutzen.
Und bei einem Sommer mit so vielen Sonnenstunden wie in diesem Jahr macht es natürlich besonders viel Freude, dem eigenen Dach beim Stromproduzieren zuzusehen.